Ausstellung

    LINEAR

    KEUMMI PAIK-BAUERMEISTER | MALEREI
    GÜNTER WALTER | ZEICHNUNGEN


    20. Oktober bis 25. November 2018



    Keummi Paik-Bauermeister | Malerei

    Hang zur Klarheit

    Der Farbe gibt Keummi Paik-Bauermeister eine klare Bildgestalt. Eine Wirkung lichter Farbigkeit erreicht sie, indem sie einem flächendeckenden Grundton eine allermeist nur leise abweichende zweite Farbe in Form eines vertikalen Streifenrasters hinzufügt. Die immer frei mit der Hand gezogenen Linien sind fein und die Abstände so dicht, dass sich die koloristische Basis und der farbzeichnerische Zusatz optisch unauflösbar verflechten. Wo die beiden Farben sich annähernd entsprechen, erzeugt sich fürs Auge ein verschwebender, die Fläche inwendig weitender Ton. Ein ruhiges Ganzes steht vor uns, das nicht selten der Monochromie nah kommt – und doch statischer Einfarbigkeit fern bleibt, mit dem noch untergründig wirksamen graphischen Raster. Ruhe strahlen die Bilder aus und schließen dennoch ein Element der Spannung ein.

    Geradlinig – buchstäblich und im übertragenen Sinn – setzt die Malerin ihren Kolorismus ins Werk. Ihre Bilder mag man hermetisch nennen. Doch mit Recht auch vollkommen offen. Rational sind sie allemal. Hoch empfindsam ohnedies. Was unvereinbar scheint, das binden sie einleuchtend in eins.

    In früheren Jahren hat Keummi Paik-Bauermeister eine Anzahl von Bildern gemalt, die bei gleichbleibendem Grundton einen Farbwechsel des linearen Gitters einschlossen. Diesen Gedanken der Wendung überträgt sie in ihren neuen Arbeiten auf die Beziehung der farbmalerischen Bildeinheiten untereinander. Hier hebt sie mit dem kompakten Keilrahmen beim gleichbleibend kleinen Format die Physis des Bildobjekts unerwartet hervor, um den Kontrast zur subtil immateriellen Wirkung der Malfläche zu akzentuieren. Jedes Bild vermag auch weiterhin für sich allein zu stehen. Und ist jetzt doch potenziell ein Element im polychromen Bildverband. Bild unter Bildern. Der schon erwogene Farbwechsel – nun findet er dezidiert zwischen den Bilderkörpern statt. Denkbar sind Farbgänge selbst auch in längerer Reihe, aussagekräftige Bildpaare oder Zusammenschlüsse etwa zu dritt. In wechselnden Nachbarschaften klärt sich der Blick für die Nuance. Unter Nachbarn und Partnern treten Kontraste unvermittelt scharf hervor. Jede Leinwand verändert ihr Gesicht je nach dem Kontext, in den sie gebunden ist. Interaction of Color als freies Beziehungsspiel. Zum Bildfeld wird die Wand, auf der sich die Kompartimente zur Farbhandlung formieren.

    Farbe ist das Elixier der Malerin. Nach Farben schaut sie immer und überall. In einem Hauch von Licht und Luft bringt sie Farben zur Geltung. Wolkigkeit liegt ihr mit ihrem Hang zur Klarheit fern.

    V.B.



    Günter Walter | Zeichnungen

    Die filigranen Farbstiftzeichnungen von Günter Walter (*1943) bewegen sich mit äußerster Konsequenz im Feld der Konkreten Kunst und gewinnen diesem in der analytischen Auseinandersetzung mit dem faszinierenden Phänomen der Linie ein Höchstmaß an gestalterischer Vielfalt ab. Mit den Mitteln der Farbwahl, der zeichnerischen Akzentuierung und einer systematisierenden Linienführung, die sich zwischen den Polen Solitär, Überkreuzung und Parallele konstituiert, entwickelt der Künstler gleichermaßen streng kalkulierte wie ästhetisch oszillierende Bildräume. Diese sind zwar durch geometrische Grundformen definiert und unterstehen somit einer strengen Ordnung, gleichwohl resultiert aus dem Nebeneinander verschiedener farbiger Linien aber nicht selten ein beinahe malerisch zu nennender Dialog, der hinter der sachlichen Oberfläche das Subjektive erahnen lässt.

    Dr. Ralf F. Hartmann, Kunstverein Tiergarten, Berlin, 2015




    Begleitprogramm

    Samstag, 20. Oktober, 18 Uhr
    Vernissage
    Einführung: Dr. Susanne Ramm-Weber, Kunsthistorikerin, Offenburg
    Musikalische Umrahmung: Klaus Peter Hirt (Fagott) und Dieter Grohmann (Trompete)
    Anschließend Waldkircher Museumsnacht mit Arion Singers, Kindertheater, Musik und leckerem Buffet (Zugang zu allen Veranstaltungen in Waldkirch € 8)

    Mittwoch, 24. Oktober, 20 Uhr
    Kunstgespräch mit den Künstlern

    Freitag, 26. Oktober, 20 Uhr
    Schreibnacht in der Ausstellung
    Schreiben nach Impulsen durch die ausgestellte Kunst.
    Anmeldung erforderlich bei Roland Burkhart, Tel.07681-492290 oder Petra Venneman, Tel. 07681-4939828

    Samstag 3. November, 20 Uhr
    Konzert mit "Low Planet"
    Jörgen Welander (Tuba) und Uli Binetsch (Posaune)
    Eintritt 12 € Mitglieder 10 €

    Donnerstag, 8. November, 19 Uhr
    Kreativ am Abend
    Workshop für Erwachsene im Atelier des Hauses
    Anmeldung bei Helga Bauer Tel. 07681-25557, Email: h.e.m.bauer@t-online.de
    Unkostenbeitrag 10 €

    Freitag, 9. November, 20 Uhr
    Lesung mit Bernd Kolarik anlässlich der Reichs-Progrom-Nacht
    Navid Kermani "Die Zukunft der Erinnerung – Auschwitz morgen"
    zusammen mit Ideenwerkstatt Waldkirch in der NS-Zeit
    Eintritt 5 € Mitglieder 4 €

    Sonntag, 25. November, 11 Uhr bis 14 Uhr
    Finissage:
    Vernissage der Arbeiten aus der Kreativ-Werkstatt und der Schüler
    Lesung der Texte aus der Schreibnacht
    Abschlussdialog mit den anwesenden Künstlern


    Öffnungszeiten
    Freitag und Samstag 15-18 Uhr
    Sonntag und Feiertag 11-16 Uhr

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